Frei/ -er/ am -(e)sten

Ich hab mich oft gefragt, warum Kunden der Sexarbeit “Freier” genannt werden. Etymologisch gesehen ist ein Freier ja jemand, der eine Frau “freit”, sie also heiratet oder der Heirat zuführt. Aber das ist doch das Letzte, was ein Freier will! Woher kommt also diese Bedeutungsverschiebung? In vergangenen Zeiten musste die Frau als Eigentum von einem Mann zum nächsten weitergegeben werden. Der Freier vollführte diesen Eigentumsübertrag. Heute gehören selbstbestimmte Frauen jedoch sich selbst. Sie beanspruchen ihren Körper als ihr Eigentum, was ihnen traditionell gar nicht zusteht. Manche von ihnen bieten sich eigenverantwortlich Männern an. Ein Eigentumsübertrag von Mann zu Mann ist nicht mehr notwendig – der eigentliche Skandal. Aus meiner Sicht gibt es daher drei Möglichkeiten, warum man Kunden der Sexarbeit heute noch Freier nennt. Entweder es handelt sich um ein verzweifeltes Festhalten an der alten Ordnung, das dem Kunden unterstellt, er “freie” die Frau vorübergehend aus dem Besitz eines anderen Mannes, der als “Besitzer”, “Manager”, Bordellbetreiber oder dergleichen imaginiert wird. Oder aber es handelt sich um eine Art Verballhornung in der Form, dass das radikale Gegenteil des Eigentlichen gesagt wird. Ähnlich, wie man ein großes Haus mitunter als “Hütte” bezeichnet. Oder einen besonders kleinen Penis als “Prügel”. Oder einen dummen Menschen wenig respektvoll als “Intelligenzbolzen”. So könnte ein Kunde, der die Anwesenheit einer Frau, die sich selbst gehört, sehr bewusst nur für eine begrenzte Zeit kauft, zur besonderen Kontrastbildung “Freier” genannt werden. Die dritte aus meiner Sicht denkbare Deutung bezieht sich auf die Möglichkeit, dass der Begriff “Freier” zur Bezeichnung von Sexarbeitskunden sich gar nicht mehr auf das alte Bedeutungssystem des patriarchalen Eigentumsübertrags bezieht und einfach einen Mann bezeichnet, der eben eins ist: freier. 

Freier von gesellschaftlichen Normen der gängigen Sexualmoral. Jemand, der Anteil an der Freiheit der Frau nimmt, mit ihrem Körper das zu tun, was sie will. Jemand, der diesen subversiven Akt mitgestaltet. 

Meine Einladung an meine Kunden ist genau das: Frei, freier, am freiesten von Unbehagen bezüglich meiner Freiheit zu sein. In den Gesprächen mit meinen Geschäftspartnern kommt sehr häufig zum Ausdruck, wie sehr sie bei ihrer Suche nach einem geeigneten Angebot von Bedenken hinsichtlich Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit der Frau, der sie zu begegnen gedenken, belastet sind, wie viel Zeit sie aufwenden, Hinweise auf mögliche Zwänge zu finden. Geradezu besessen davon erscheinen sie mir vereinzelt. Das Narrativ des Zwangs mit all seinen Fallstricken (Frauen hätten grundsätzlich nicht freiwillig Sex – je nach Ausrichtung des Vorurteils richtet es sich auf Sex generell oder nur auf den bezahlten – und wenn, dann stimmt mit ihnen irgendwas nicht, sind psychisch krank, Opfer der Umstände etc.) ist so stark, dass diesen Kunden dann mitunter auch grobe Fehleinschätzungen passieren:

Nicht hinter jedem Erscheinen eines vertrauten Mannes an der Seite einer Hure muss sich ein “Manager” verstecken. Hier unterläuft den besonders besorgten Freiern mitunter der Fehler, den Dienstleisterinnen kein eigenes Privatleben mit Familie, Ehe, Kindern, Freunden, Liebhabern usw. zuzugestehen. Wäre ihnen denn eine Frau, die völlig isoliert ist und kein soziales Netz hat, lieber? Ich denke, mitnichten. Man erkennt daran: Diese Gedanken greifen zu kurz. Freiheit und Selbstbestimmung bedeuten nicht, isoliert und völlig ohne Anbindung gleichsam im kalten Weltraum zu schweben, sondern sein soziales Netz mitgestalten zu können, nicht eingeengt und kontrolliert, aber gestützt und gefördert zu werden in den Dingen, die einem wichtig erscheinen, für die man brennt. Am besten wächst man, wenn man geliebt wird. Daher ist es gerade für die besorgten Kunden so wichtig, es als großartigen Beweis für die Freiheit und Selbstbestimmtheit einer Frau zu erkennen, wenn diese die Liebe zwischen ihr und einem anderen Mann manchmal hindurchschimmern lässt, in ihren Postings, in ihren Fotos und Videos. Wie einen flirrenden Zauber, der sich zuweilen über ihre Worte und Bilder legt. ❤️

Meine Kunden sind daher in den allermeisten Fällen auch freier von Vereinnahmungswünschen („irgendwann gehört sie mir“) und Abwertungsbestrebungen dem anderen Mann gegenüber („der Arme“). Wer mich als seine Escort gewählt hat, sollte all das nicht notwendig haben. Mein Angebot ist daher auch als Einladung zu verstehen, sich aktiv von diesen Denkmustern zu befreien, denn an meiner Seite funktionieren sie nicht langfristig. Man kann natürlich versuchen, daran festzuhalten, doch spätestens bei der dritten, vierten Buchung werden diese Zuschreibungen am Schock der Realität zerbröckeln. Manche Männer werden dann böse und versuchen mich zu demütigen, indem sie mich als Hure bezeichnen. Nun – ich habe nie etwas anderes behauptet. Ich kann dann nur dazu anregen, sich den Sinn der Begegnung mit einer guten Hure noch einmal zu vergegenwärtigen. Das Dilemma scheint oft darin zu liegen, dass diese Kunden es als Widerspruch erleben, die Hure „haben“ zu können, jederzeit, wenn sie sich mit ihr einig werden, sie aber nicht „HABEN“ zu können, im Sinne von vereinnahmen, besitzen, abhängig machen. Genau darin liegt aber das großartige Potenzial, die Unbeschwertheit der Begegnung. Es werden in diesem Rahmen Dinge möglich, die sonst nur schwer oder auch gar nicht verwirklicht werden können, ohne sich die Schwere des großen „HABENs“ aufhalsen zu müssen.

Und das ist es nun, was ich als neue Deutung der antiquierten Bezeichnung Freier verstehe: Ein Kunde, der frei ist vom großen „HABEN“-Wollen, der das kleine „haben“ auskosten kann, um einfach eine großartige Zeit zu erleben. Nicht mehr – aber auch bestimmt keinen Millimeter weniger. Das bedeutet nicht, dass es sich immer um solitäre Einzelereignisse handelt, ganz im Gegenteil. Denn wenn es denn gewollt ist, immer wieder aufs Neue. Ich begleite mit Freude ganze Lebensabschnitte meiner Stammkunden, wie ein regelmäßiges Wellnessangebot, vielleicht manchmal wie eine Art Therapeutin, wie eine Art medizinischer Versorgung mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende, jedes einzelne Mal. All diese Vergleiche funktionieren besser als die paternalistischen Vereinnahmungs- und Besitzambitionen. Meine Kunden gewinnen auf persönlicher, emotionaler und sexueller Ebene, weil sie davon Freier sind. 

Lass dich ein auf dieses Abenteuer jenseits von Anstand und Moral und schreib mir doch ein paar nette Zeilen über mein Kontaktformular. Denn wie du weißt, ist…

INDEPENDENT ESCORT WIEN

…die einzigartige Begleitung für intelligente Menschen. ❤️ 

2 Kommentare
  1. Herbert
    Herbert sagte:

    Die Freiheit mit Dir frei von Zwängen Zeit und Leben gemeinsam zu genießen war und ist eine freie Wahl meinerseits – sie lässt mich Dinge erleben die in der standardisierten und gesellschaftlichen Welt meines Lebens nicht möglich wären und werden von Dir in besonders dankenswerter Art und Weise so unglaublich persönlich unterstützt und begleitet! Es ist mir eine Ehre und ein Bedürfnis genau in diesem Beitrag mich dafür zu bedanken liebe Thorja – ein glücklicher und bereits wieder sehnsüchtiger “Freier”

  2. Paul
    Paul sagte:

    Schöne Worte,
    ich stimme dir zu und schätze deine Einstellung. Der Begriff regelmäßige Wellnesseinheit trifft meine sexuellen Ausflüge jedenfalls gut.
    Vielleicht bist du ja doch mal so frei, auch mich zu daten.
    Ich jedenfalls möchte dich gerne freien.

    LG

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