“Let’s Talk About Sexwork”

In Salzburg findet derzeit die von der Plattform Menschenrechte ausgerichtete und von PiA Salzburg mitorganisierte Veranstaltungsreihe “Let’s Talk About Sex Work” statt. Am 07.06. durften wir von Sexworker.at im Anschluss an einen Vortrag der Sozialwissenschafterin Dr. Helga Amesberger im Rahmen einer Podiumsdiskussion über die Situation der Sexarbeit in Österreich und vor allem in Salzburg sprechen. Die gut besuchte Veranstaltung gab uns die Möglichkeit, unserer Forderung nach Gewährleistung der Menschenrechte für Sexarbeitende vor zahlreichem Publikum Ausdruck zu verleihen. Hierzu zählt allem voran unser dringender Ruf nach Abschaffung der in Österreich als einzigem Land weltweit stattfindenden gefährlichen Zwangsuntersuchung für Sexworker, die auch von Amnesty International aufs Schärfste verurteilt wird. 

Die für mich wichtigste Einsicht dieses Tages erhielt ich aus dem Vortrag von Helga Amesberger. Eigentlich liegt es auf der Hand, doch es war wichtig, dies als eindeutiges Forschungsergebnis bestätigt zu hören:

Die Größe des Sexarbeitsmarktes ist stabil und ändert sich nicht durch Veränderungen in der Gesetzgebung. Es wird also durch Verbote und rigide Regelungen niemals und nirgendwo weniger Sexarbeit angeboten oder nachgefragt. Durch die Ausgestaltung der Gesetzgebung ändern sich nur zwei Faktoren, nämlich erstens: Das Verhältnis zwischen legalem und illegalem Bereich. Rigide Gesetzgebung schränkt Sexarbeit also niemals ein, sondern verkleinert nur den legalen Bereich zugunsten eines im selben Ausmaß wachsenden illegalen Bereichs. Der zweite von Gesetzgebung abhängige Faktor sind die Arbeitsbedingungen der Sexarbeitenden. Umso rigider, kriminalisierender die Rechtslage ist, umso größer natürlich der illegalisierte Bereich und umso schlechter die Arbeitsbedingungen (die wiederum direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit haben).

Das ist sehr einleuchtend und sehr logisch. Daher bitte ich euch wieder: Haltet einen Augenblick inne, denkt das durch: Bitte geht keinen “gutgemeinten” Regeln auf den Leim, die vordergründig unserem “Schutz” dienen sollen. An uns adressierte Regeln und Vorschriften dienen ausschließlich unserer Kontrolle und Einschränkung, und genau dadurch werden WIR gestraft, verfolgt, erpresst, WIR, die man “schützen” wollte. Schützen kann man Menschen jedoch nur, indem man sie mit Rechten ausstattet und für die Einhaltung dieser Rechte kämpft! 

Ich danke allen Beteiligten für ihre großartige Arbeit für diese Veranstaltungsreihe, vor allem Christine Nagl von PiA, Christian Knappik von Sexworker.at, der etablierten Kollegin Nora White, die mit mir am Podium saß, und einer angehenden Kollegin, die mir angenehme Gesellschaft auf der verregneten Autofahrt gewährte und der Diskussion im Publikum beiwohnte. Leider konnte ich am zweiten Tag der Veranstaltung nicht mehr in Salzburg dabei sein, als die großartige Doku “Wo Sexarbeiterinnen keine Rechte haben” gezeigt wurde. Ich werde diese Doku aber für euch in einem eigenen Blogbeitrag zur Verfügung stellen. 🌹

INDEPENDENT ESCORT WIEN

…ist Begleitung für intelligente Menschen. ❤️ 

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